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Diplomarbeit: Gerhard-Breuner: Untersuchung der Vortriebswirkung von Arm- und Beinarbeit beim Schwimmen


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Diplomarbeit: Gerhard-Breuner: Untersuchung der Vortriebswirkung von Arm- und Beinarbeit beim Schwimmen

Diplomarbeit

Deutsche Sporthochschule Köln

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Breuner, Gerhard (1971): Untersuchung der Vortriebswirkung von Arm- und Beinarbeit beim Schwimmen

Zusammenfassung:
Diese Diplomarbeit soll dazu dienen, die Frage der Vortriebswirkung von Arm- und Beinarbeit, sowohl in der Zusammenarbeit als auch in der Einzelarbeit, beim Wettkampfschwimmen nachzugehen und es soll versucht werden einen brauchbaren Beitrag zu diesem überaus wichtigen Problem darzustellen. Seit vielen Jahren diskutiert man in Fachkreisen dieses Problem ohne daß es bisher gelungen ist, es zu lösen.
Exakt muß die Vortriebswirkung unterteilt werden in eine Kraftwirkung als treibende und eine Widerstandswirkung als hemmende Wirkung, die beide zusammen die Schwimmgeschwindigkeit zum Ergebnis haben. Über Kraft und Widerstandswirkungen sind bereits Messungen in der Literatur veröffentlicht worden.
Bei den Kraftmessungen hat man hierbei die Kraft einzelner Körperteile in der Luft auf ein Messgerät gemessen, nicht aber die Kraft der Körperteile auf das Wasser; ebenso hat man bei Widerstandsmessungen den Widerstand des im Wasser geschleppten Körpers in verschiedenen ruhenden Körperstellungen bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten gemessen, nicht aber die Kraft des selbst im Wasser sich bewegenden Körpers. Der gesamte aus Kräften und Widerständen verschiedener Art sich ergebende Bewegungszyklus ist aber so kompliziert und komplex, daß diese ausgeführten Einzelmessungen nur bedingten Aussagewert haben. Es soll deshalb in dieser Arbeit methodisch von der aus Kräften und Widerständen resultierenden Schwimmgeschwindigkeit ausgegangen werden, die zuerst exakt gemessen werden müsste, ehe man versucht, daraus Schlüsse zu ziehen.
Konkrete wissenschaftliche Untersuchungen über die Messung von Schwimmgeschwindigkeiten und daraus resultierende Schlüsse über Widerstands- und Kraftwirkungen im Hinblick auf die Vortriebswirkung beim Schwimmen wurden bis heute nicht publiziert. KEN und ATHA (England) arbeiten an solchen Messungen, die Untersuchungen sind aber noch nicht abgeschlossen. So konnte ich auch keine Literatur ausfindig machen, die sich mit meiner Fragestellung befaßt. Daß dieses Problem aber aktuell ist, zeigt folgende kurze Zusammenstellung:
Auf dem ersten internationalen Symposium vom 14.-16.September in Brüssel "Biomechaniks in Swimming" wurde dieses Problem ebenfalls erörtert. So arbeiten SEREG und BAZ (Visconsin) ebenfalls an der genauen Bestimmung der verschiedenen Beiträge von Arm- und Beinarbeit für die Schwimmgeschwindigkeit. Die Arbeit ist noch nicht beendet und also noch nicht greifbar. Auch über den methodischen Weg dieser Arbeit ist noch nichts bekannt, so daß ich nicht weiß, ob die Ergebnisse der Arbeit mit den Ergebnissen meiner Arbeit vergleichbar sind.
NEMESSURI und VADY ( TU Budapest ) sind ebenfalls mit einer Untersuchung beschäftigt, die den Anteil der Arm- und Beinarbeit an der Gesamtgeschwindigkeit des Schwimmers bestimmt. Aber auch diese Arbeit ist noch nicht abgeschlossen.
Wenn Arbeiten dieser Art klare Ergebnisse bringen, kann man in Zukunft wirkungsvoller als bisher schwimmen und trainieren.
Da es sich bei den für diese Arbeit benutzten Geräten um eine neuartige Versuchsanordnung handelt, und auch die Messmethode neu ist, mußte ich mich mit Vorversuchen beschäftigen, sodaß ich die Hauptversuche nur für eine Schwimmtechnik durchführen konnte.
Ich habe das Brustschwimmen gewählt, weil dabei wohl die größten Geschwindigkeitsschwankungen während eines Schwimmzyklusses auftreten gegenüber den Wechselschlagschwimmarten zum Beispiel; so können vielleicht auch mit einem neuen, noch nicht erprobten Messgerät sichere Ergebnisse erzielt werden.


11.12.2017 - 03:18