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Dissertation: Evelyn Mertin


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Dissertation: Evelyn Mertin

Dissertation / Doktorarbeit / Thesis

Deutsche Sporthochschule Köln
Institut für Sportgeschichte
Mertin, Evelyn (2008): Der Sport als Feld der sowjetischen Außenpolitik unter Berücksichtigung der beiden deutschen Staaten Zusammenfassung:
Kurzfassung
Die bipolaren Machtstrukturen im ‘Kalten Krieg’ suggerieren eindeutige
Freund- und Feindbilder in beiden Lagern. Diese Schemata wurden aus der außenpolitischen
Konstellation auf den sportlichen Vergleich der involvierten Staaten
übertragen. Anhand der Betrachtung der sowjetischen Sportbeziehungen zur DDR
auf der einen und zur BRD auf der anderen Seite wird untersucht, ob und wie sich
die politisch determinierten Blockkonstellationen des Ost-West-Konflikts in diesem
Bereich widerspiegelten. Dabei werden Interessen, Erwartungshaltungen aber auch
gezielte Nutzung der internationalen Sportkontakte innerhalb dieser Beziehungen
aufgezeigt und analysiert. Die Untersuchung gibt zudem Aufschluss über wirtschaftliche,
kulturelle und politische Aspekte und Wandlungen im Rahmen der bilateralen
Beziehungen. Der ‘sportpolitische Nebenplatz’ bot allen Seiten eine nichtöffentliche
Gesprächs- und Handlungsebene, die zur Verfolgung eigener und ggf.
von den traditionellen außenpolitischen Handlungsmustern abweichender Interessen
eingesetzt wurde.
Im Anschluss an eine Darstellung der Entwicklung des sowjetischen Sports mit
besonderer Berücksichtigung der internationalen Sportkontakte sowie der Geschichte
der Sowjetunion in der Olympischen Bewegung werden die bilateralen Sportbeziehungen
zur DDR und zur BRD detailliert untersucht. Zudem werden vier ausgewählte
Themen der sowjetisch-deutschen Sportbeziehungen (der Status West-
Berlins, die Bezeichnung des NOK für Deutschland, die Olympischen Spiele 1972
in München sowie die Olympischen Spiele 1980 in Moskau) behandelt, um den
Transfer außenpolitischer Zielsetzungen auf die Sportpolitik zu verdeutlichen. Die
Untersuchung erstreckt sich dabei primär auf den Zeitraum Ende der 1960er bis
Anfang der 1980er Jahre und berücksichtigt Quellen aus russischen und deutschen
Archiven.

Abstract
The bipolar power structures of the ‘Cold War’ suggest that there were clear
concepts of friends and enemies both in East and West. These political patterns were
transferred to sporting comparisons of the states involved. The analysis of the Soviet
sport contacts to the German Democratic Republic (GDR), on the one hand, and to
the Federal Republic of Germany (FRG), on the other hand, examins how the
politically determined block constellations of the East-West conflict were mirrored
in these relations. Furthermore, the study gives information about economic, cultural
and political aspects and development in the framework of the bilateral relations.
The ‘sport political playing field’ provided all parties the opportunity to
communicate and negotiate at a non-public level. This almost secluded area of
bilateral contacts allowed the perusal of own interests even if they sometimes
diverged from traditional political patterns.
Following a description of the development of Soviet sport with particular
consideration of the international sporting contacts as well as the history of the
Soviet Union in the Olympic Movement, the bilateral relations to both the GDR and
the FRG are analysed in detail. Furthermore, four selected topics of the Soviet-
German sport relations (the status of West Berlin, the denomination of the NOC for
Germany, the Olympic Games 1972 in Munich and the Olympic Games 1980 in
Moscow) are examined in order to exemplify the transfer of foreign policy
objectives on to sport politics. The analysis primarily covers the period from the late
1960s to the early 1980s and considers sources from Russian and German archives.


19.10.2017 - 03:17